YouthCamp 2000

Melle

Göttingen

YouthCamp2000

<- BERUF



Für das Großprojekt YouthCamp 2000 hat mich mein Arbeitgeber für drei Monate freigestellt. Ich war Pressesprecher und Leiter des Büros für Öffentlichkeitsarbeit. Hier der von mir erstellte Abschlussbericht:
Nachdem die Werbung und Information für und über das YouthCamp 2000 in der Zeit vor der Durchführung in Form von Info-Flyern, Radio- und Fernsehinterviews, Plakaten und Broschüren weitestgehend von der Geschäftsstelle betreut wurde, sollte die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt selbst gemeinsam mit Ehren- und Hauptamtlichen erarbeitet und durchgeführt werden.
In dem hierfür eingerichteten Öffentlichkeitsarbeitskreis wurde das Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit entwickelt:
• Über die verschiedensten Medien sollen die Teilnehmenden des YouthCamp 2000 und die Öffentlichkeit Informationen über Ziele, Inhalte und Veranstaltungen bekommen.
• Die Öffentlichkeitsarbeit soll ein hohes Maß an Professionalität erreichen.
• Ehrenamtliche sollen eigenständig in diesem Bereich mitarbeiten.
• Hauptamtliche tragen die Verantwortung, koordinieren die Arbeit und begleiten mit ihrer pädagogischen Fachkompetenz die Ehrenamtlichen.
Durch die doppelte Zielrichtung, die allgemeine Öffentlichkeit und die Teilnehmenden des YouthCamp 2000 zu informieren, ergab sich folgende Struktur für diesen Arbeitsbereich:
Die redaktionelle Arbeit
an der Wandzeitung YouthCampWall

Mit den Ehrenamtlichen, die sich zu diesem Arbeitsbereich bereit erklärt hatten, wurde jeden Morgen eine Redaktionskonferenz durchgeführt, bei der folgende Fragen erörtert wurden:
• Was steht in der heutigen Zeitung?
• Gibt es Reaktionen auf vorhergehende Ausgaben?
• Was gibt's heute an Programm?
• Gibt es heute etwas Besonderes, Auffälliges?
• Wer macht heute was?
Um bei den Ehrenamtlichen einen Lernprozess zu erreichen, wurden diese bei der Recherche und beim Formulieren des Artikels von "Profis" unterstützt. Nach der Erstellung der Artikel wurden diese gemeinsam redigiert. Hilfreich hierbei war ein Formblatt mit Kriterien für einen "guten" Artikel, der im Vorfeld vom Öffentlichkeitsarbeitsausschuss erstellt wurde. Außerdem sind den Ehrenamtlichen die unterschiedlichen Artikel-Formen vermittelt worden (Bericht, Kommentar, Interview, Glosse etc.), die sich in der YouthCampWall wieder fanden.
Die publizierende Arbeit
an der Wandzeitung YouthCampWall

Nachdem alle Artikel erfasst waren, schloss sich die publizierende Arbeit an. Die Artikel wurden von den Ehrenamtlichen Korrektur gelesen, für die englische Ausgabe übersetzt, in das vorher beschlossene einheitliche Layout gesetzt und passende Fotos dazu erstellt und bearbeitet. Hierbei standen die "Profis" den Ehrenamtlichen hilfreich zur Seite.
Bereitstellung der Zeitung für das Internet
Die fertige Zeitung wurde früh am Morgen auf dem Gelände an markanten Punkten aufgehängt. Zeitgleich wurde sie für das Internet aufbereitet.
Verfassen von Pressemitteilungen
Für die externe Information wurde über das Wochenprogramm und für einzelne Veranstaltungen Pressemitteilungen verfasst und an die in Niedersachsen ansässigen Redaktionen, die für einen überregionalen Teil ihrer Zeitung zuständig sind und an alle niedersächsischen Radioprogramme verschickt. Hier war im Vorfeld wichtig, den Jugendlichen die Form einer Pressemitteilung zu vermitteln.
Führungen von Journalistinnen, Journalisten,
Fotografinnen und Fotografen über das Gelände

Viele Redaktionen reagierten auf die Pressemitteilungen und schickten Journalistinnen, Journalisten, Fotografinnen und Fotografen zur vor-Ort-Recherche. Diese wurden mit vorher erstellten Pressemappen versorgt und über das Gelände geführt, wobei ein reger Informationsaustausch stattfand.
Layout und Druck von Plakaten
für YouthCamp 2000-Veranstaltungen

Für wichtige Einzelveranstaltungen des YouthCamp 2000 sollten Plakate erstellt werden, die in Hildesheim und auf dem YouthCamp-Gelände werben. Hier konnten die Ehrenamtlichen ihre grafischen Vorstellungen in das Layout einbringen. Vermittelt wurde im Vorfeld nur, welche Informationen ein Plakat beinhalten muss. Bei der Gestaltung durch Ehrenamtliche wurde zusätzlich erreicht, dass Umworbene und Gestaltende zur gleichen Zielgruppe gehörten.
Archivierung der im Pressebereich
erstellten Bild- und Textdokumente

Ein weiterer Bereich war die Archivierung der Texte und Bilder, die für eine Dokumentation aufgearbeitet werden sollten. Ziel hierbei war es, dass auch Menschen mit diesem Archiv umgehen können, die nicht im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit mitgearbeitet haben.
Bei der gesamten Arbeit in diesem Bereich war es wichtig, dass ein Höchstmaß an Professionalität durch Ehrenamtliche erreicht wird. Dafür mussten sich die Ehrenamtlichen einen hohen Grad an Wissen und Können aneignen. Durch die deutliche Zielsetzung, umfassend und qualitativ hochwertig zu informieren und aktuell zu sein, standen die Ehrenamtlichen unter einem positiven Druck, ihre Defizite schnellstmöglich auszugleichen. Hierfür standen pädagogische Fachkräfte mit journalistischen, publizierenden und gestalterischen Fähigkeiten zur Verfügung.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten standen genügend technische Hilfsmittel zur Verfügung, die die Arbeit unterstützten. Lediglich im Bereich des Druckens hätten mit größerem finanziellen Aufwand schnellere Gerätschaften Zeitersparnis gebracht.
Gelungen ist das Konzept, Ehrenamtliche so in die Arbeit einzugliedern, dass ihnen deutlich wird, dass jede ihrer Arbeiten zum Ziel beiträgt. So konnten verschiedenste Fähigkeiten der Einzelnen in das Gesamtgelingen einfließen. Die Ehrenamtlichen haben sich viel im journalistischen, publizierenden und gestalterischen Bereich angeeignet, was ihnen durch "Profis" vermittelt wurde. Diese Vermittlung geschah immer situationsbezogen, so dass ein partnerschaftliches Miteinander möglich war.
Für die Zukunft bleibt festzuhalten, dass der pädagogische Ansatz "Jugendliche machen etwas für Jugendliche" in der situationsbezogenen Arbeit eine große Chance ist. Wenn Ehrenamtliche und "Profis" gemeinsam ein Ziel verfolgen, ist auch der Weg dorthin ein gemeinsamer. Dieses ist dann erfolgversprechend, wenn Hauptamtliche ihre Rolle als Informationstragende richtig wahrnehmen, sich zurücknehmen und Ehrenamtliche klug machen.